Für mein Gedichtband „Schwarzer Vogel und weißer Satin“ (ISBN 978 3732 233 595) habe ich mehrere Federzeichnungen angefertigt. Das Besondere an Federzeichnung gegenüber Tuschezeichnungen ist, dass hierbei mit einer Kalligraphie- Feder gearbeitet wird und nicht mit dem Pinsel, wie es sonst für Tuschezeichnungen üblich ist. Die Linienführung ist bei der Federzeichnung härter und etwas „kratzig“, was für mich den speziellen Reiz ausmacht.
Ich finde es immer wieder faszinierend, die Entstehung eines Bildes in den verschiedenen Arbeitsschritten zu verfolgen. Heute gebe ich dir Einblicke zu dem Bild „Mondtanz“, das 2014 entstand.
Der „durchgedrehte Tukan“ ist 2017 entstanden und ein Teil der Themenreihe Soft&Lazy
Der Tukan ist für mich ein paradiesischer Vogel, der mit seinem kraftvollen Schnabel, seinem bunten Federkleid und seiner Sanftmut beeindruckt. Ein Sinnbild von Schönheit und Exotik.
Jedoch lässt sich auch das Schöne nicht festhalten. Es löst sich auf, zerrinnt in Zeit und Raum. Darum genieße den schönen Augenblick, bevor auch er im Strudel der Zeit verschwimmt.
Wenn der Mensch seine Unterschiede durch Kultur, Erziehung, Religion, … ablegen würde wie Wäsche
und diese von seinen Vorurteilen und Voreingenommenheit anderen gegenüber reinwaschen würde, wenn der Mensch seine Unterschiede durch die verschiedenen Hautfarben nicht als wichtig beachtet, dann wird aus ihm eine Lichtgestalt, mit reinem Herzen wie ein spielendes Kind.
Das Bild Lichtgestalten entstand 2015 zum Thema „Kulturelle Vielfalt“.
Die Kinder spielen umgeben von Lichtgestalten. Ihre Murmeln rollen aus dem Bild, dem Betrachter entgegen und fordern ihn zum gemeinsamen Spiel auf.
Lasst uns alle wie Kinder sein und unbeschwert miteinander umgehen.
Zart und filigran sitzt die Libelle auf einem „geisterhaften“ Strohhalm und trinkt vom Wasser des Lebens. Im Hintergrund die Farben der Natur, durchscheinend, auflösend und verwirbelt im Chaos, was die Menschheit verursacht.
Das Bild entstand 2018, als in der Gesellschaft über den Plastikmüll in den Ozeanen und der Natur diskutiert wurde. Die politische Antwort war das Verbot von Einweg- Plastikstrohhalmen.
Für mich war dieses Verbot nur ein Ablenken von der eigentlichen Problematik. Statt weitreichende Umstrukturierungen für die Verpackungsindustrie auf den Weg zu bringen und somit den Berg an Plastikmüll anzugehen und zu verkleinern, hat die Politik nur einen kleinen Kieselstein bewegt.
Im Bild steht die Libelle symbolhaft auch für das Insektensterben. Wo sonst diese wunderschönen, feengleichen Geschöpfe in der Nähe von Gewässern zu finden sind, klammert sich diese Libelle an den „letzten Strohhalm“. Ihr Lebensbereich ist bis auf einen kleinen Tropfen verschwunden.
Als ich die Maske zu „Lampenfieber“ angefangen habe zu malen, kam in mir die Assoziation, dass die Welt eine riesengroße Bühne ist, das Leben ein Theaterstück. Vielleicht kennst du das Gefühl, kurz vor dem Auftritt zu stehen, Nervosität steigt in dir hoch. Dein eigenes ICH verschwimmt und du schlüpfst in deine Rolle, die du gleich zu spielen hast. Fokussiert auf das, was vor dir liegt, nimmst du um dich herum nichts mehr wahr. Und dann öffnet sich der Vorhang und die Show beginnt.
Nicht nur auf der Bühne, sondern auch im alltäglichen Leben tragen wir hin und wieder Masken, spielen verschiedene Rollen und manchmal vergessen wir dabei unser Selbst.